Italien bietet eine überwältigende Auswahl, daher konzentrieren sich die meisten Erstbesucher auf einige wenige legendäre Städte. Rom lockt mit antiken Ruinen und dem Vatikan; Florenz ist die Freilichtgalerie der Renaissance; Venedig schwebt wie kein anderer Ort auf der Welt in seiner Lagune.
Mailand ist bekannt für Mode und Design, Neapel für seine pulsierende Energie und die beste Pizza, und Verona für Romantik. Weiter südlich belohnen die barocken Städte Siziliens und die malerischen Dörfer der Amalfiküste alle, die sich mehr Zeit nehmen.
Der Reiz Italiens liegt darin, dass sich jede Region wie ein eigenes Land anfühlt, mit eigenem Dialekt, eigener Küche und eigenem Charakter. Suchen Sie sich drei oder vier Orte aus, reisen Sie mit dem Schnellzug zwischen ihnen hin und her und nehmen Sie sich Zeit, einfach auf einer Piazza zu verweilen.
🏛️ Rom
Rom ist die Ewige Stadt, in der sich 2800 Jahre Geschichte Schicht für Schicht unter Ihren Füßen türmen. Antike Tempel lehnen sich an barocke Kirchen, Mopeds flitzen um imperiale Ruinen, und goldenes Licht ergießt sich bei Sonnenuntergang über die Travertinfassaden. Doch Rom lebt auch durch seine Küche: ein perfektes Cacio e Pepe in Trastevere, ein knuspriges Supplì von einem Straßenstand oder ein Espresso, den man im Stehen an einer Marmorbar genießt. Entschleunigen Sie, verlieren Sie sich in den Gassen und lassen Sie die Jahrhunderte um sich herum wirken.
Kolosseum und Forum Romanum
Das flavische Amphitheater, fertiggestellt im Jahr 80 n. Chr., bot einst 50.000 Zuschauern Platz, die den Gladiatorenkämpfen frenetisch zujubelten. Seine skelettartigen Bögen sind bis heute das eindrucksvollste Symbol des antiken Roms. Ein Kombiticket umfasst das Forum Romanum und den Palatin, wo sich die Ruinen der Kaiserpaläste, des Senats und des Vestatempels im Herzen der Altstadt erstrecken. Buchen Sie Ihre Tickets unbedingt online – die Warteschlangen vor Ort können, insbesondere zwischen April und Oktober, einen ganzen Vormittag in Anspruch nehmen.
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00–19:15 Uhr (Sommer), 9:00–16:30 Uhr (Winter); letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.
- Richtpreis: 18 € Kombiticket (Kolosseum + Forum Romanum + Palatin), 24 Stunden gültig; freier Eintritt am ersten Sonntag im Monat
- Anreise: U-Bahnlinie B bis zur Station Colosseo, direkt gegenüber dem Eingang
Vatikanstadt und Petersdom
Der kleinste souveräne Staat der Welt hat es in sich. Die Vatikanischen Museen erstrecken sich über Kilometer von Galerien und führen schließlich zur Sixtinischen Kapelle, wo Michelangelos Deckengemälde und das Jüngste Gericht die Besucher noch heute in ihren Bann ziehen. Der benachbarte Petersdom ist die größte Kirche der Christenheit, gekrönt von Michelangelos Kuppel und Heimat von Berninis bronzenem Baldachin und der ergreifenden Pietà . Kleiden Sie sich angemessen (Schultern und Knie bedeckt), sonst wird Ihnen der Zutritt verweigert.
- Öffnungszeiten: Vatikanische Museen Mo–Sa 08:00–19:00 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr); Basilika täglich 07:00–19:00 Uhr
- Richtpreise: Vatikanische Museen 20 € (Online-Buchung +5 € empfohlen); Petersdom frei; Kuppelbesteigung 10 €
- Anreise: Mit der Metrolinie A bis Ottaviano, dann 10 Minuten Fußweg zum Eingang am Viale Vaticano
Trevi-Brunnen und Spanische Treppe
Nicola Salvis barockes Meisterwerk ergießt sich in einer theatralischen Kaskade aus Tritonen, Seepferdchen und Neptun selbst aus der Mauer des Palazzo Poli. Der Legende nach garantiert eine über die linke Schulter geworfene Münze die Rückkehr nach Rom – täglich werden so rund 3.000 € gefischt und für wohltätige Zwecke gespendet. Nur zehn Gehminuten entfernt führt die Spanische Treppe von der Piazza di Spagna hinauf zur Kirche Trinità dei Monti und bietet einen der schönsten kostenlosen Aussichtspunkte der Stadt, besonders im sanften Licht des frühen Abends.
- Öffnungszeiten: Beide sind rund um die Uhr geöffnet.
- Richtpreis: Kostenlos (Essen oder Sitzen am Brunnenrand wird mit einer Geldstrafe belegt)
- Anreise: Metrolinie A bis Barberini (Trevi) oder Spagna (Spanische Treppe), von wo aus es jeweils nur wenige Gehminuten sind.
🎨 Florenz
Florenz, die Wiege der Renaissance, ist eine kompakte toskanische Stadt, in der sich an jeder Ecke ein Meisterwerk zu verbergen scheint. Die Terrakotta-Dächer, die ockerfarbenen Fassaden und die unverwechselbare Silhouette von Brunelleschis Kuppel bilden eine der meistfotografierten Skylines Europas. Schlendern Sie von der Piazza della Signoria zum Arno, gönnen Sie sich ein Glas Chianti und lassen Sie sich vom gemächlichen Rhythmus der Stadt verzaubern. Florenz belohnt Spaziergänger, Kunstliebhaber und alle, die gerne ausgiebig Mittag essen.
Uffizien-Galerie
Die Uffizien beherbergen eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Renaissancekunst, darunter Botticellis „ Geburt der Venus“ , Leonardos „Verkündigung“ sowie Werke von Raffael, Caravaggio und Michelangelo. Das U-förmige Gebäude selbst, von Vasari für die Medici entworfen, ist ein Kunstwerk. Buchen Sie Ihr Ticket mit Zeitfenster rechtzeitig, um die Warteschlangen zu umgehen, die sich in der Hochsaison stundenlang erstrecken können, und planen Sie mindestens drei Stunden ein, um der Sammlung gerecht zu werden.
- Öffnungszeiten: Di.–So. 8:15–18:30 Uhr, Montag geschlossen
- Richtpreis: 25 € (Hauptsaison), 12 € (Nebensaison), freier Eintritt am ersten Sonntag im Monat
- Anreise: 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof Santa Maria Novella; nächste Bushaltestelle: Galleria degli Uffizi
Ponte Vecchio
Die „Alte Brücke“ überspannt den Arno seit 1345 und ist die einzige Florentiner Brücke, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Gesäumt von Juweliergeschäften, deren hölzerne Fensterläden sich wie mittelalterliche Marktstände öffnen lassen, herrscht hier besonders viel Betrieb in der Abenddämmerung, wenn das Licht den Fluss golden schimmern lässt. Überquert man die Brücke auf die Oltrarno-Seite, findet man dort Kunsthandwerksbetriebe, Lederwerkstätten und gleich dahinter den prächtigen Palazzo Pitti.
- Öffnungszeiten: Brücke rund um die Uhr geöffnet; Geschäfte in der Regel 10:00–19:00 Uhr
- Richtpreis: Kostenlos überqueren
- Anreise: 5 Gehminuten südlich der Piazza della Signoria
Duomo (Kathedrale Santa Maria del Fiore)
Brunelleschis rotgedeckte Kuppel ist das Wahrzeichen von Florenz und ein technisches Meisterwerk des 15. Jahrhunderts. Erklimmen Sie die 463 Stufen zur Laterne und genießen Sie den atemberaubenden Blick über die Stadt. Besuchen Sie anschließend Giottos benachbarten Glockenturm und das achteckige Baptisterium mit seinen vergoldeten Paradiestüren. Das Innere des Doms wirkt überraschend schlicht – das wahre Wunder ist die Kuppel selbst, die mit Vasaris Jüngstem Gericht freskiert ist.
- Öffnungszeiten: Kathedrale Mo–Sa 10:15–16:45 Uhr; Kuppelbesteigung 8:15–18:45 Uhr (Reservierung erforderlich)
- Richtpreis: Kathedrale frei; Kombiticket (Kuppel + Turm + Baptisterium) 30 €
- Anreise: Im Herzen der Altstadt, 8 Gehminuten vom Bahnhof entfernt
🚤 Venedig
Keine Stadt der Welt gleicht Venedig – 118 Inseln, verbunden durch 400 Brücken, wo Boote die Autos ersetzen und das sanfte Plätschern des Wassers und das Läuten der Kirchenglocken die Geräuschkulisse bilden. Besuchen Sie die Stadt früh morgens oder spät abends, um den Kreuzfahrtschiffen zu entfliehen, und entdecken Sie ein melancholisches, goldenes Labyrinth aus Palazzi und kleinen Plätzen. Lassen Sie sich treiben: Die schönsten Momente in Venedig erlebt man immer abseits der üblichen Routen.
Markusplatz (Piazza San Marco)
Napoleon nannte ihn den „Salon Europas“, und diese Bezeichnung trifft noch immer zu. Umrahmt von der Basilika, dem Dogenpalast und dem hoch aufragenden Campanile, bietet der Platz zu jeder Tageszeit ein fast theatralisches Schauspiel: Orchester spielen vor historischen Cafés, Tauben kreisen über den Köpfen, und bei Flut verwandelt das berühmte Acqua Alta das Pflaster in einen Spiegel. Vom Gipfel des Campanile, den man mit dem Aufzug erreicht, bietet sich ein atemberaubender Blick über die Lagune und an klaren Tagen sogar bis zu den schneebedeckten Dolomiten.
- Öffnungszeiten: Platz rund um die Uhr geöffnet; Campanile täglich 9:30–21:15 Uhr (Sommer)
- Richtpreis: Platz frei; Campanile 12 €
- Anreise: Vaporetto-Linien 1 oder 2 bis San Marco-Vallaresso
Markusdom
Der Markusdom, dessen goldene Mosaiken auf über 8.000 Quadratmetern glitzern, ist eine byzantinische Fantasie, die in Westeuropa ihresgleichen sucht. Die vier Bronzepferde auf der Loggia sind Nachbildungen – die Originale, die 1204 aus Konstantinopel geraubt wurden, befinden sich im Museum. Verpassen Sie nicht die Pala d’Oro, einen mit über 2.000 Edelsteinen besetzten Altarschranken, oder den Blick von der oberen Terrasse direkt auf die Piazza.
- Öffnungszeiten: Mo–Sa 9:30–17:15 Uhr, So 14:00–17:15 Uhr
- Richtpreise: Basilika 3 €; Pala d’Oro 5 €; Museum 7 €
- Anreise: Ostseite des Markusplatzes; online buchen, um die Warteschlange zu umgehen.
Dogenpalast und eine Gondelfahrt
Der rosafarbene und weiße Dogenpalast war tausend Jahre lang der Sitz der venezianischen Macht. Die Tour „Geheime Wege“ führt Sie durch die Gefängnisse (in denen Casanova gefangen gehalten wurde), die Folterkammer und über die Seufzerbrücke. Gönnen Sie sich anschließend das typisch venezianische Erlebnis: eine Gondelfahrt durch die ruhigeren Kanäle bei Sonnenuntergang, wenn die Stadt von ihrer romantischsten Seite erstrahlt.
- Öffnungszeiten: Palast täglich 9:00–18:00 Uhr; Gondeln verkehren ungefähr von 9:00–19:00 Uhr
- Richtpreise: Palast 30 €; Gondel 90 € für 30 Minuten (110 € nach 19:00 Uhr)
- Anreise: Direkt neben dem Markusplatz; Gondelstationen in der ganzen Stadt
✨ Mailand
Mailand, Italiens Design- und Finanzhauptstadt, ist die kosmopolitischste Stadt des Landes. Hier teilen sich gotische Türme die Skyline mit eleganten Wolkenkratzern. Mailand belohnt einen genaueren Blick: Hinter der berühmt-zurückhaltenden Fassade verbergen sich ruhige Innenhöfe, Weltklasse-Museen, eine Aperitivo-Kultur, die sich weltweit verbreitet hat, und einige der besten Einkaufsmöglichkeiten Europas. Zwei Tage genügen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen; die Designwoche im April verwandelt die ganze Stadt in eine Open-Air-Galerie.
Mailänder Dom
Die größte gotische Kathedrale der Welt wurde in fast sechs Jahrhunderten erbaut und beherbergt 3.400 Statuen, 135 Turmspitzen und 55 Buntglasfenster. Die Dachterrassen sind das absolute Highlight – ein Wald aus Marmorspitzen, zwischen denen man spazieren gehen kann, mit der vergoldeten Madonnina an der Spitze und an klaren Tagen glitzernden Alpen am Horizont. Im Inneren lohnt es sich, die in den Boden eingelassene Meridianlinie und die makabre Statue des heiligen Bartholomäus zu entdecken, der seine eigene Haut trägt.
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00–19:00 Uhr; Dachterrasse im Sommer bis 21:00 Uhr.
- Richtpreise: Kathedrale 10 €; Dachterrasse mit dem Aufzug 20 €, zu Fuß 15 €
- Anreise: U-Bahn M1 oder M3 bis Dom
Das letzte Abendmahl (Cenacolo Vinciano)
Leonardo da Vincis berühmtestes Wandgemälde bedeckt eine Wand des Refektoriums von Santa Maria delle Grazie. Es entstand zwischen 1495 und 1498 in einer experimentellen Technik, die fast sofort zu verfallen begann. Trotzdem hat es Bombenangriffe, Restaurierungsdebatten und 500 Jahre menschlicher Neugier überstanden. Die Besucherzahlen sind streng begrenzt – nur 35 Personen alle 15 Minuten –, daher empfiehlt es sich, Wochen (idealerweise Monate) im Voraus zu buchen. Die 15 Minuten, die man vor dem Gemälde verbringt, sind ein besonderes Erlebnis.
- Öffnungszeiten: Di.–So. 8:15–19:00 Uhr; Reservierung erforderlich
- Richtpreis: 15 € zuzüglich 2 € Buchungsgebühr
- Anreise: Metro M1 oder M2 bis Cadorna, 5 Minuten Fußweg
Teatro alla Scala
Eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt wurde 1778 eröffnet und ist bis heute der Tempel der italienischen Oper. Die Akustik ist legendär, das Publikum berüchtigt anspruchsvoll. Selbst wenn Sie keine Vorstellung besuchen können, bietet das Museum neben dem Gebäude die Möglichkeit, einen Blick in den prunkvollen Zuschauerraum zu werfen und Kostüme, Instrumente und Porträts aus drei Jahrhunderten Musikgeschichte zu entdecken. Stehplatzkarten sind bei rechtzeitiger Anstellung am Vorstellungstag schon zu erstaunlich günstigen Preisen erhältlich.
- Öffnungszeiten: Museum täglich 9:00–17:30 Uhr
- Richtpreise: Museum 12 €; Opernkarten ab 20 € (Galerie) bis über 300 €
- Anreise: 3 Minuten Fußweg vom Dom durch die Galleria Vittorio Emanuele II.
🌋 Neapel
Laut, chaotisch, faszinierend – Neapel ist das genaue Gegenteil des glattpolierten italienischen Tourismus und gerade deshalb so großartig. Motorroller schlängeln sich durch enge Gassen, an denen Wäsche hängt, Espresso wird kochend heiß in winzigen Tassen serviert, und das Essen (Pizza, Sfogliatella, Ragù, das einen Tag lang köchelt) ist wohl das beste des Landes. Nutzen Sie Neapel als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Pompeji, Herkulaneum, zum Vesuv und zu den Inseln der Bucht, aber nehmen Sie sich für die Stadt selbst mindestens zwei Tage Zeit.
Archäologischer Park Pompeji
Pompeji, durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. wie in der Zeit eingefroren, ist die größte und eindrucksvollste antike Stätte im Mittelmeerraum. Planen Sie mindestens vier Stunden ein, um durch die Straßen aus Vulkangestein zu schlendern, die intakten Villen mit ihren farbenprächtigen Fresken zu bewundern und im Amphitheater zu stehen, wo einst Gladiatoren kämpften. Zu den Höhepunkten zählen die Mysterienvilla, die Forumthermen und die ergreifenden Gipsabdrücke der Opfer, die genau dort erhalten wurden, wo sie fielen.
- Öffnungszeiten: Täglich 9:00–19:00 Uhr (April–Oktober), 9:00–17:00 Uhr (Winter)
- Richtpreis: 22 € (Einzelplatz); 27 € kombiniert mit Oplontis und Boscoreale
- Anfahrt: Circumvesuviana-Zug von Napoli Garibaldi nach Pompei Scavi (35 Minuten)
Unterirdisches Neapel (Napoli Sotterranea)
Vierzig Meter unter den chaotischen Straßen Neapels liegt eine verborgene Stadt aus griechischen und römischen Tunneln, Aquädukten und Zisternen, die im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker dienten. Geführte Touren führen teilweise im Kerzenschein hinab, zwängen sich durch enge Gänge und gelangen schließlich in riesige unterirdische Kammern. Ein unvergesslicher Kontrast zur hellen, lauten Stadt darüber und ein faszinierender Einstieg in Neapels unglaublich lange Geschichte.
- Öffnungszeiten: Täglich stündliche Führungen von 10:00 bis 18:00 Uhr (Englisch mittags und um 16:00 Uhr)
- Richtpreis: 15 €
- Wegbeschreibung: Piazza San Gaetano im historischen Zentrum; Metro Dante oder Università
Nationales Archäologisches Museum
Die meisten der bedeutendsten Funde aus Pompeji und Herculaneum landeten hier, in einer der weltweit größten Sammlungen antiker Kunst. Allein die Farnese-Marmorskulpturen, die erotischen Fresken im Geheimen Kabinett und das atemberaubende Alexander-Mosaik sind die Reise wert. Kombiniert man dies mit Pompeji auf derselben Reise, erschließen sich die Ruinen plötzlich viel besser – man hat die Gemälde und Statuen gesehen, die sie einst schmückten.
- Öffnungszeiten: Mi.–Mo. 9:00–19:30 Uhr, Dienstag geschlossen
- Richtpreis: 22 €
- Anreise: U-Bahn-Linie 1 oder 2 bis Museo / Cavour
💕 Verona
Veronas rosafarbene Marmorstraßen, die römische Arena und der Shakespeare-Balkon haben die Stadt zu einer der beliebtesten Kleinstädte Norditaliens gemacht. Sie ist außerdem ein bedeutendes Reiseziel für Wein- und Feinschmecker und liegt am Tor zum Valpolicella-Gebiet und zum Gardasee. Ein verlängertes Wochenende reicht völlig aus: Schlendern Sie durch die Altstadt, besuchen Sie an einem Sommerabend eine Opernaufführung in der Arena und gönnen Sie sich ein Glas Amarone mit Blick auf die Etsch.
Arena di Verona
Dieses erstaunlich gut erhaltene römische Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert bot einst 30.000 Zuschauern Platz für Gladiatorenkämpfe; heute ist es jeden Sommer Schauplatz des größten Open-Air-Opernfestivals der Welt. Auch außerhalb der Festivalsaison kann man die oberen Ränge besteigen und den Panoramablick über die Stadt genießen. Während des Festivals (Juni bis September) ist es ein unvergessliches Erlebnis, Aida oder Carmen im Sternenhimmel über den Kalksteinrängen zu erleben.
- Öffnungszeiten: Di.–So. 9:00–19:00 Uhr; an Vorstellungstagen ab 13:30 Uhr
- Richtpreise: Tagesbesuch 12 €; Opernkarten ab 30 € (Steintreppe) bis über 250 €.
- Anreise: Piazza Bra, 15 Gehminuten vom Bahnhof Porta Nuova entfernt.
Julias Haus (Casa di Giulietta)
Das Haus aus dem 13. Jahrhundert mit seinem berühmten Balkon hat nur eine lose Verbindung zu Shakespeares Drama – doch das hat es nicht davon abgehalten, zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens zu werden. Die Mauern des Innenhofs sind mit Liebesbotschaften übersät, und eine Bronzestatue der Julia wartet auf die traditionelle Restaurierung (ihre rechte Brust glänzt bereits). Es ist herrlich kitschig; lehnen Sie sich hinein oder bewundern Sie den Balkon kostenlos vom Innenhof aus.
- Öffnungszeiten: Di.–So. 10:00–18:00 Uhr
- Richtpreise: Innenhof frei; Hausmuseum 12 €
- Anfahrt: Via Cappello 23, 5 Gehminuten von der Piazza delle Erbe entfernt
🌅 Palermo
Siziliens Hauptstadt Palermo ist ein prachtvolles, leicht unordentliches Palimpsest phönizischer, griechischer, arabischer, normannischer und spanischer Einflüsse. Lebhafte Straßenmärkte, glitzernde byzantinische Mosaike, barocke Kirchen und einige der besten italienischen Streetfood-Spezialitäten (Arancini, Panelle, Sfincione) drängen sich auf wenigen Quadratkilometern. Palermo ist authentischer als Florenz oder Venedig und für Reisende, die eine lebendige Stadt suchen, ungleich lohnender.
Kathedrale von Palermo
Die Kathedrale, ein faszinierendes Zusammentreffen architektonischer Stile – normannische Fundamente, gotische Fenster, arabische Bögen und ein katalanisch beeinflusster Portikus –, wurde über 800 Jahre hinweg immer wieder umgebaut und erweitert. Im Inneren befinden sich die Gräber sizilianischer Könige, darunter Friedrich II. Steigen Sie auf das Dach und genießen Sie den atemberaubenden Blick über die Altstadt und die dahinterliegenden Berge. Versäumen Sie nicht die Schatzkammer mit ihren mittelalterlichen Kronen und Juwelen.
- Öffnungszeiten: Mo–Sa 7:00–19:00 Uhr, So 8:00–13:00 Uhr und 16:00–19:00 Uhr
- Richtpreis: Kathedrale frei; Kombiticket (Dach + Krypta + Schatzkammer) 15 €
- Anreise: Corso Vittorio Emanuele, Zentrum von Palermo
Cappella Palatina
Die im normannischen Palast verborgene Pfalzkapelle gilt weithin als einer der schönsten Sakralbauten der Welt. Jede Oberfläche erstrahlt in goldenen byzantinischen Mosaiken mit biblischen Szenen, während die Decke ein Meisterwerk arabischer Muqarnas-Kunst darstellt. Erbaut im 12. Jahrhundert von Roger II., ist sie der perfekte Ausdruck der multikulturellen Zivilisation des mittelalterlichen Siziliens.
- Öffnungszeiten: Mo–Sa 8:15–17:00 Uhr, So 8:15–13:00 Uhr
- Richtpreis: 19 € in Kombination mit den Royal Apartments
- Anreise: Piazza Indipendenza, 10 Gehminuten vom Dom entfernt
Märkte von Ballarò und Vucciria
Die historischen Straßenmärkte Palermos sind ein wahres Spektakel. Händler preisen ihre Waren im Dialekt an, Schwertfischköpfe glänzen auf dem Eis, und der Duft von gebratenem Panelle und gegrilltem Stigghiola liegt in der Luft. Ballarò ist tagsüber der lebhafteste Markt; Vucciria verwandelt sich abends in eine pulsierende Open-Air-Bar. Probieren Sie sich durch beide – es ist die günstigste und beste Mahlzeit, die Sie in der Stadt bekommen werden.
- Öffnungszeiten: Ungefähr 7:00–14:00 Uhr (Ballarò); Vucciria abends bis spät in die Nacht
- Richtpreis: Straßenessen 2–5 € pro Portion
- Anreise: Beide Orte sind innerhalb von 10 Gehminuten von der Kathedrale erreichbar.
🏖️ Positano
Das meistfotografierte Dorf der Amalfiküste schmiegt sich mit seinen pastellfarbenen Häusern, Bougainvilleen und Zitronenbäumen an die Klippen. Es gibt im Wesentlichen nur eine Hauptstraße – eine Reihe steiler Treppen –, die zu einem kleinen Kieselstrand führt, wo neben den Sonnenliegen noch immer traditionelle Fischerboote liegen. Übernachten Sie, um Positano von seiner schönsten Seite zu erleben: im Morgengrauen und in der Abenddämmerung, wenn die Tagestouristen abgereist sind.
Spiaggia Grande und Kirche Santa Maria Assunta
Der Hauptstrand ist klein, lebhaft und von Restaurants gesäumt, wo ein Teller Linguine alle vongole mit Meerblick zum lokalen Ritual gehört. Dahinter erhebt sich die Kirche mit ihrer markanten Majolika-Kuppel, in der eine byzantinische Ikone der Schwarzen Madonna aus dem 13. Jahrhundert aufbewahrt wird. Die Kombination aus Strand und Kirche, eingerahmt von den Klippen, ist das klassische Postkartenmotiv von Positano.
- Öffnungszeiten: Strand rund um die Uhr; Kirche täglich 8:30–12:00 Uhr und 16:00–20:00 Uhr
- Richtpreise: Strandabschnitt kostenlos (öffentlicher Bereich); Sonnenliegen 20–40 €; Kirche kostenlos
- Anreise: Mit dem SITA-Bus von Sorrent (50 Minuten) oder Amalfi (40 Minuten).
Pfad der Götter (Sentiero degli Dei)
Eine der spektakulärsten Küstenwanderungen Europas verläuft entlang des Bergrückens hoch über Positano und bietet atemberaubende Ausblicke auf die Küste, die Insel Capri und das tiefblaue Tyrrhenische Meer. Die klassische Route beginnt in Bomerano und endet mit einem anspruchsvollen Abstieg über 1.500 Stufen nach Positano. Die Wanderung dauert drei bis vier Stunden und ist am besten im Frühling oder Herbst zu bewältigen, wenn die Temperaturen angenehmer sind.
- Öffnungszeiten: Tagsüber; bei starkem Regen nicht empfehlenswert.
- Richtpreis: Kostenlos; Bus nach Bomerano 2 €
- Anreise: Mit dem Linienbus von Amalfi nach Bomerano, dann dem ausgeschilderten Wanderweg folgen.
🍝 Bologna
Italiens gastronomische Hauptstadt ist gleichzeitig eine der am meisten unterschätzten Städte des Landes. Das historische Zentrum – nach Venedig das größte Europas – ist von 40 Kilometern Arkaden durchzogen, die Schutz vor Regen und Schatten in der Sonne bieten. Bologna ist studentisch geprägt (die Universität ist die älteste der westlichen Welt), mit roten Backsteinhäusern, einer ausgeprägten Leidenschaft für gutes Essen und erfreulicherweise frei von Kreuzfahrtschiff-Massen. Planen Sie ausgedehnte Mittagessen ein; allein das Ragù ist die Reise wert.
Piazza Maggiore und die Zwei Türme
Der weitläufige Hauptplatz bildet das gesellschaftliche Herz der Stadt und wird von der unvollendeten Fassade der Basilica di San Petronio (der fünftgrößten Kirche der Welt) und dem Renaissance-Neptunbrunnen flankiert. Nur wenige Blocks entfernt ragen die Zwei Türme, Garisenda und der höhere Asinelli-Turm empor – Überreste der einstigen mittelalterlichen Wolkenkratzer, die Bolognas Skyline prägten. Erklimmen Sie die 498 Stufen des Asinelli-Turms und genießen Sie den atemberaubenden Blick auf die roten Dächer der Stadt.
- Öffnungszeiten: Platz rund um die Uhr; Asinelli-Turm täglich 9:45–17:30 Uhr (Reservierung erforderlich)
- Richtpreis: Platz und Basilika frei; Asinelli-Turm 5 €
- Anreise: 15 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof Bologna.
Quadrilatero Lebensmittelmarkt
Das Netz enger Gassen hinter der Piazza Maggiore ist seit dem Mittelalter Bolognas kulinarisches Zentrum. An den Ständen drängen sich Mortadella, Parmigiano, Prosciutto und frisch handgeformte Tortellini. Viele Läden dienen gleichzeitig als kleine Bars, wo man mit einem Glas Pignoletto und einer Platte mit Wurstwaren an der Theke stehen kann. Es ist das perfekte Mittagessen – oder, genauso gut, das perfekte Frühstück.
- Öffnungszeiten: Ungefähr Montag bis Samstag 8:00–20:00 Uhr; einige Geschäfte haben auch sonntagmorgens geöffnet.
- Richtpreis: Verkostungsteller mit Wein 10–20 €
- Wegbeschreibung: Via Pescherie Vecchie, östlich der Piazza Maggiore
⛰️ Turin
Turin, einst Sitz des Hauses Savoyen und erste Hauptstadt Italiens nach der Einigung, ist eine elegante, leicht formelle Stadt mit Arkadenboulevards, prachtvollen Cafés und barocken Palästen, umgeben von den schneebedeckten Alpen. Sie ist die Heimat von Wermut, Gianduja-Schokolade und der Slow-Food-Bewegung und gilt als spirituelle Hauptstadt des italienischen Automobildesigns. Turin wirkt deutlich französischer als seine süditalienischen Nachbarn – und ist gerade deshalb so faszinierend.
Mole Antonelliana und Nationales Filmmuseum
Der 167 Meter hohe Mole wurde ursprünglich als Synagoge konzipiert und ist das höchste Backsteingebäude Europas. Im Inneren windet sich das beeindruckende Nationale Filmmuseum spiralförmig um die zentrale Halle und präsentiert Filmausschnitte, Requisiten und Erinnerungsstücke von der Stummfilmzeit bis zur Gegenwart. Ein gläserner Aufzug bringt Sie auf die Panoramaterrasse in 85 Metern Höhe, von der aus Sie einen unvergleichlichen Blick auf die Stadt vor der Kulisse der Alpen genießen können.
- Öffnungszeiten: Mi.–Mo. 9:00–20:00 Uhr, Dienstag geschlossen
- Richtpreis: Museum 17 €; Museum + Aufzug 20 €
- Anreise: Via Montebello 20, 15 Gehminuten vom Bahnhof Porta Nuova entfernt.
Ägyptisches Museum (Museo Egizio)
Außerhalb Kairos befindet sich das bedeutendste Museum für ägyptische Altertümer weltweit mit über 30.000 Objekten aus 4.000 Jahren. Zu den Höhepunkten zählen das unversehrte Grab des Architekten Kha und seiner Frau Merit, das Grab des Unbekannten und eine prächtige Statuengalerie, die in dunklen, verspiegelten Hallen effektvoll beleuchtet wird. Planen Sie mindestens drei Stunden ein; dank der modernen Gestaltung des Museums ist die Orientierung überraschend einfach.
- Öffnungszeiten: Di.–So. 9:00–18:30 Uhr, Mo. 9:00–14:00 Uhr
- Richtpreis: 18 €
- Wegbeschreibung: Via Accademia delle Scienze 6, Zentrum von Turin
Historische Cafés (Caffè Al Bicerin und Baratti & Milano)
Turin erfand die Espressomaschine und perfektionierte die Kunst des historischen Cafés. Das Al Bicerin, seit 1763 geöffnet, ist die Heimat des gleichnamigen Getränks – geschichteter Espresso, geschmolzene Schokolade und Sahne –, das einst bei Cavour und Nietzsche beliebt war. Das Baratti & Milano an der Piazza Castello besticht durch vergoldete Spiegel aus der Belle Époque und hausgemachte Gianduiotti-Pralinen. Beide sind wie Zeitmaschinen und servieren exzellente Kuchen.
- Öffnungszeiten: Täglich ca. 8:30–19:30 Uhr; mittwochs geschlossen (Al Bicerin).
- Richtpreis: Bicerin 6–8 €; Kuchen und Kaffee 10–15 €
- Wegbeschreibung: Al Bicerin: Piazza della Consolata; Baratti: Piazza Castello