Die Dolomiten wurden 2009 wegen ihrer Geologie zum Welterbe erklärt: Wände aus Karbonatgestein, die sich bei Sonnenuntergang rosa färben — ein Phänomen, das hier Enrosadira heißt. Sie erstrecken sich über Trentino, Südtirol und Venetien.
Die Hauptorte
Die Drei Zinnen sind das Wahrzeichen: die Umrundung von der Auronzohütte dauert etwa drei Stunden und ist technisch anspruchslos. Die Seceda oberhalb von St. Ulrich wird mit der Seilbahn erreicht und bietet den meistfotografierten Grat der Gruppe. Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas und wird von fast ebenen Wegen durchzogen, die auch für Familien taugen.
Die Hütten
Das Hüttennetz ermöglicht mehrtägige Durchquerungen ohne Campingausrüstung. Halbpension kostet fünfzig bis siebzig Euro, im Lager oder in kleinen Zimmern. Für Juli und August muss Monate im Voraus gebucht werden. Die Höhenwege, besonders der Nummer eins von Prags nach Belluno, brauchen acht bis zehn Tage.
Wann hinfahren
Die Wandersaison läuft von Mitte Juni bis Mitte Oktober: davor liegt in Höhe noch Schnee und die Hütten sind geschlossen. Der September ist der beste Monat, mit klarer Luft, weniger Menschen und niedrigeren Preisen. Im Winter wird die Region zu einem der größten Skigebiete der Welt, mit dem Dolomiti Superski über zwölf Täler.
Sicherheit
Sommergewitter bilden sich fast jeden Nachmittag: früh starten und bis drei Uhr zurück sein. Klettersteige verlangen ein zertifiziertes Set und Helm und sind keine Wanderwege. Die Bergrettung ist in Italien für Nichtansässige kostenpflichtig, eine Reiseversicherung mit Bergungsdeckung ist daher ratsam.
Unterwegs
Ein Auto ist bequem, doch einige Pässe sind an bestimmten Sommertagen für den Verkehr gesperrt, um den Andrang zu senken. Die Talbusse funktionieren gut und sind oft in den Gästekarten der Hotels enthalten. Die Parkplätze an den Ausgangspunkten sind bis acht Uhr morgens voll.
Sprache und Kultur
In Südtirol ist Deutsch für etwa zwei Drittel der Bevölkerung Erstsprache, die Beschilderung ist zweisprachig. In einigen Tälern wird Ladinisch gesprochen, eine eigenständige romanische Sprache. Diese Mischung zeigt sich auch in der Küche: Knödel und Speck neben Pasta und Polenta.
Die Dolomiten sind der Teil Italiens, in dem man Hochgebirgstage machen und trotzdem jede Nacht bequem schlafen kann. Wenige Gebirge weltweit erlauben das.